Gedanken eines Reisenden

Dem Tode, lächelnd im Angesicht – wissend zu sterben; es ist Zeit zu gehen. Eine leise Träne dem Auge entrinnt, nicht aus Angst, nicht aus Trauer, sondern der Lebensfreude und ein wenig der Wehmut geschuldet, die dieser Teil der nun endenden Geschichte schuf.

Die tiefe Liebe empfunden, die zerfrisst, erfüllt und dennoch zutiefst verletzt, hilflos macht und trotzdem hält, nach der man greift wie im Rausch ohne erklärbaren Grund aus der reinen Liebe Willen heraus ohne Vorbehalt darin versunken, vereint, verschmolzen, sich aufgegeben um eins, um zu etwas Größerem zu werden und sich schließlich zu finden.

Den bohrenden Schmerz verwunden und das eigene Ich neu erkannt. Das Physische neigt sich seinem Ende, zerfällt zu Staub, das Begreifliche scheint endgültig zu vergehen. Tief im Inneren jedoch ein warmes Gefühl, welches alles verschwimmen lässt, weder Raum noch Zeit eine Bedeutung beimisst. Die Endgültigkeit verliert Ihren kalten Schauer, das Umfassende erscheint. Ein Lächeln zeichnet sich ab.

Die Gewissheit, das Leben mit all dem geteilt zu haben, nicht alleine gegangen zu sein, Freude und Tränen gemeinsam erlebt, Berührungen gegeben und empfangen zu haben, dies alles lebendig in anderen verankert zu sehen tiefer als reines Wissen, vielmehr als Ausdruck Ihres Lebens, dies alles lässt spüren, dass das Wesen des Selbst fortbesteht und in gewisser Weiße das Etikett verblassen mag, jedoch niemals das Wesen und die Seele selbst, der Teil der Geschichte, der nie endet.

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